Das erste Mal: ja,die gibt es auch beim Mini-fotomarathon, indem wir schon jetzt das Oberthema ankündigen. Es geht um „Nervöse Systeme: Quantifiziertes Leben und die soziale Frage“. Es wird keine Überraschung mehr geben, dafür hast Du mehr Zeit um Dich gedanken darüber zu machen, und Inspiration zu suchen.

Der Fotomarathon ist offizieller Partnerevent der Ausstellung „Nervöse Systeme: Quantifiziertes Leben und die soziale Frage“, eine Ausstellung vom Haus der Kulturen der Welt in Zusammenarbeit mit dem Tactical Technology Collective. Durch diese Kooperation möchten wir Dich herausfordern, Bilder zu suchen, um deine Gedanken und Gefühlen umzusetzen rund um das Thema von quantifizierten Leben und die sozialen Fragen die dadurch entstehen.

Alle Teilnehmer des Mini-Fotomarathons dürfen die Ausstellung am 26.März 2016 kostenlos besuchen.

Wieso „Nervöse Systeme“? Was ist ein quantifiziertes Leben?

Hier kannst du lesen, was die Kuratoren Anselm Franke, Stephanie Hankey und Marek Tuzynski darüber gesagt haben:

Nervöse Systeme ist eine Ausstellung über die Veränderungen unseres Verständnisses und unserer Erfahrungen des „Selbst“ und des „Sozialen“. Sie nimmt in den Blick, wie wir zunehmend Teil umfassender technologischer Netzwerke und Infrastrukturen werden und wie abstrakte Gesetze des Marktes und des Finanzkapitalismus sich dabei in subjektive Erfahrung und verkörpertes Handeln übersetzen. Gleichzeitig wirft sie die Frage auf, wie die ungeheuren Mengen an Daten über menschliches Verhalten dieses Verhalten selbst beeinflussen und verändern. In permanente Alarmbereitschaft versetzte Staaten und deregulierte Institutionen hängen heute zunehmend der Fantasie an, dass sich allein mit ausreichend Informationen die Wirtschaftssteuern und Profite erhöhen lassen sowie allgemein Bedrohungen, Katastrophen und Störungen vorher gesagt und kontrolliert werden können. Dieses neue Vertrauen in technologische Lösungen, getragen von Datenanalyse, Reality-Mining, Mustererkennung und Vorhersagen, beherrscht zunehmend alle Aspekte der zeitgenössischen Gesellschaft und ersetzt politische und hermeneutische Prozesse.

Das Konzept des „Nervensystems“ ist heute zu einem Leitmotiv der angestrebten Verschränkung von Leben und Technologie, von Organischem und Maschine geworden. So sprechen heute die großen Konzerne unermüdlich von „intelligenten Nerven“ und „synaptischen Echtzeitverbindungen“ als Lösungs- und Steuermechanismen für fast alles, von der Regierungsarbeit und Wirtschaft bis hin zu Natur und Umwelt.

In der Ausstellung wird dieser Begriff von „Nervosität“ gewendet – und zwar auf jene Nervosität, die die heutigen Systeme und datengesteuerten Rationalitäten und Ideologien selbst heimsucht. Visuelle, historische und Materialien aus der Praxis von Künstlerinnen und Technologen, Theoretikerinnen und Aktivisten beleuchten das Entstehen spezifischer Ideen von Herrschaft, Macht und Kontrolle in den vergangenen 100 Jahren. Wie haben historische Konzepte die Formation unserer neuen Datenökonomien beeinflusst? Vor diesem Hintergrund und im Kontext des zeitgenössischen Kapitalismus muss das, was einmal die „soziale Frage“ genannt wurde – die Beziehung zwischen Individuen, Gesellschaft und Staat –, neu gestellt werden.

Exhibition Poster "Nervous Systems"Der Mini-fotomarthon kann Dich die Tür zum Europäischen Monat der Fotografie Festival öffnen. Eine Jury wählt nach dem Event sechs Fotografien aus, die dann während des Europäischen Monats der Fotografie im Oktober ausgestellt werden. Wir freuen uns auf deine Bilder!

Die Anmeldung läuft, einfach auf dem Button unten klicken. Die Teilnehmerzahl ist auf 50 begrenzt.